Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie diese Seite in vollem Umfang nutzen möchten, sollten Sie der Verwendung von Cookies zustimmen. Mehr darüber erfahren Sie wenn sie auf "AGB" klicken.

Seit Jahr und Tag jammern die Vertreter der Ärzteschaft über ELGA und über dessen angebliche datenschutzrechtliche Probleme. Außerdem kritisieren sie die Unbrauchbarkeit des Systems. Leider haben die Ärzte aber keine – oder öffentlich zumindest nur wenige – Vorschläge gebracht, wie man das System konkret verbessern könnte und welche Funktionen ihnen die Benützung erleichtern würden. Es geht den Ärztevertretern scheinbar hauptsächlich darum, sich vor möglichen Haftungsfolgen zu schützen oder die Höhe ihrer Honorare aufrecht zu erhalten, anstatt einer ganzheitlichen Betrachtung des Patienten die Türe zu öffnen.

Anstatt die positiven Effekte zu sehen – wie eine mögliche Verringerung der Anzahl von Untersuchungen, Röntgenaufnahmen (Strahlenbelastung), Medikamenten und Kosten – wird nur über scheinbare Mehrarbeit gejammert. Ich frage mich, welche Mehrarbeit sie meinen, wenn man einfach auf bereits vorhandene Ergebnisse zurückgreifen kann? Die Kontrolle ihrer Arbeit scheint aber bei vielen Medizinern nicht gut anzukommen. Kann es doch nun vorkommen, dass ein Kollege die Diagnose anzweifelt oder zumindest hinterfragt. Auch könnte es vielleicht sein, dass manche Ärzte die gesundheitliche Situation nun ganzheitlich zu sehen beginnen und unterschiedliche Teil-Diagnosen in einen Zusammenhang stellen und damit das Problem des Patienten wirklich lösen, anstatt immer wieder nur Symptome zu behandeln.

Das Datenschutzargument zieht leider auch nicht. Mit demselben Argument könnten wir uns auch aus dem elektronischen Zahlungsverkehr verabschieden. Bisher haben nur einzelne Ärzte selbst den Datenschutz gefährdet, indem sie Patientendaten an Marktforschungsunternehmen verkauften und das unter Verwendung von Systemen, die nicht einmal öffentlicher Kontrolle unterstanden. Klar ist, dass Datenschutz ein wichtiges Thema ist. Es muss von Seiten der öffentlichen Hand alles unternommen werden um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Dabei muss man das System natürlich auf dem neuesten Stand halten, ständiger Kontrolle unterwerfen und anhand der Erfahrungen weiter entwickeln. Konkrete Vorwürfe, warum das jetzige System unsicher sein soll, wurden aber bisher noch nicht vorgebracht.

Ich würde mir einen offeneren Zugang der Ärzte und eine weniger emotionale Diskussion und weniger Eigeninteresse zu diesem Thema wünschen. Schließlich soll durch ELGA das Gesundheitssystem effizienter, transparenter, ganzheitlicher und zeitgemäßer werden. Daran müssen aber alle arbeiten. Ein solches System kann aber niemals perfekt starten, sondern bedarf einer ständigen Entwicklung und Anpassung, wie jedes andere System auch. Ständiges Verhindern, Schlechtreden und Angstmache bringen uns dabei aber nicht weiter.

Beiträge:
futurezone: Warum Hausärzte den ELGA-Austritt empfehlen