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Tatsache ist, wir werden alle immer älter und es gibt immer mehr Generationen, die nebeneinander leben. Dabei kommt es zu dem Phänomen, dass auch die Geburtenraten sinken. Menschen bekommen auch immer später im Leben Kinder. Das auch diese Entwicklung Spannungsfelder generiert ist klar. Vor allem dann, wenn die Rahmenbedingungen sich nicht ändern.

Damit stellt sich vermehrt die Frage, was eigentlich unter dem Begriff Generationengerechtigkeit zu verstehen ist. Und ist das Wort Solidarität nur mehr ein Lippenbekenntnis? Viele Vorsorgeinstitutionen Österreichs werden jedenfalls gerne hinterfragt. So ist der Generationenvertrag, der die Pensionen auf Basis eines Umlagesystems (also die jeweils aktiv erwerbstätige Bevölkerung bezahlt die Pensionen) immer wieder im Visier von jenen, die gerne auch das staatliche Pensionssystem privatisieren würden. Es wird dabei oft die Frage aufgedrängt, ob denn Pensionen, die „die anderen zahlen“ wirklich wohl erworben sind, wodurch immer wieder versucht wird einen Keil zwischen die Generationen zu treiben. Der Verdacht ist aber begründet, dass daran weniger der Glaube an eine effiziente und sichere Verwaltung der Gelder der Pensionist_innen, sondern hauptsächlich das eigene Profitstreben hängt. Schließlich wurde noch niemals bewiesen, dass private Vorsorge all das leisten kann, was man sich im Durchschnitt von einer Pensionsversicherung erwartet. Im Gegenteil, die letzten Jahre haben bewiesen, dass nur die staatlichen Systeme ausreichend Sicherheit bieten können. Natürlich ist immer wieder die Frage der Rahmenbedingungen zu diskutieren. Dies muss aber jedenfalls gemeinsam und unter Einbeziehung möglichst aller Generationen erfolgen.

Eine Frage der Generationengerechtigkeit ist aber auch, welche Themen mit den verschiedenen Generationen diskutiert werden. Die „alten“ oder die „Pensionisten“ auf die Themen Pension und Pflege zu reduzieren wird jedenfalls der Wirklichkeit nicht gerecht. Das sieht man insbesondere beim Thema Pflegevorsorge oder Pflegeversicherung. Eine Absicherung ist nicht nur für Menschen im fortgeschrittenen Alter besonders wichtig, sondern auch junge Menschen können in eine Situation geraten, wo sie der Pflege bedürfen. Somit ist es wichtig, dass ein System immer in seiner Gesamtheit betrachtet wird. Man muss sich klar werden, dass man Jung und Alt nicht auseinanderbrechen kann. Vielmehr ist es oft eine Frage der Finanzierung. Was trägt jeder zum Gesamtsystem bei? Müssen die Löhne der Jüngeren höher sein, damit diese auch in ausreichendem Maße zur staatlichen Absicherung beitragen können? Müssen wir doch länger aktiv erwerbstätig bleiben, oder vielleicht beides? Besonders wichtig ist, wie kann man die Vermögenden und solches Vermögen, das nicht durch Arbeit erwirtschaftet wurde in gerechtem Maße beteiligen?

Einiges wird hier noch, oder besser ständig zu diskutieren sein. Ein Minimalkonsens ist jedoch, dass die staatliche Pensionsvorsorge grundsätzlich ein gerechtes und auch sicheres System ist, das allen zugutekommen sollte. Alle sollten sich darauf verlassen können, dass sie ab einem gewissen Alter eine gewisse Grundsicherung erwarten können und sich keine Sorgen um ihre Zukunft machen müssen. Wenn Junge Menschen mehr verdienen, werden sie schon früher einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung des Pensionssystems leisten können. Damit tragen sie zur Sicherung des Umlagesystems bei und ihr Bedürfnis nach einer flacheren Lebenseinkommenskurve würde erfüllt. Schließlich wird es notwendig sein auf die höhere Lebenserwartung nicht nur einfach mit einer Anhebung des Pensionsalters zu reagieren, sondern auch, indem man die Möglichkeiten zu einer längeren Beschäftigung in altersgerechter Form schafft. Die Diskussion ist natürlich nicht darauf beschränkt und muss ständig weiter geführt werden. Nur im Dialog miteinander werden die Generationen, die ja immer mehr werden, ihr vermeintliches Nebeneinander in ein Miteinander verwandeln können.